Female Future meet up Hamburg
Am Donnerstag den 08.10.2026 fand in der Mercedes-Benz Niederlassung in Hamburg- Wandsbek das erste Hamburger Female Future Meetup statt – ein Abend, der Frauen aus unterschiedlichen beruflichen Kontexten zusammenbrachte und Raum für Begegnung, Austausch und neue Verbindungen bot. Andrea und Mareike vom PIA Vorstand haben PIA vertreten und fleißig genetzwerkt.
Für unser PIA Women in Architecture Netzwerk war das Meetup eine schöne Gelegenheit, über den eigenen fachlichen Horizont hinauszublicken, Perspektiven zu teilen und Kontakte zu knüpfen. Formate wie dieses zeigen, wie wertvoll offene Netzwerke sind: Sie schaffen Sichtbarkeit, fördern gegenseitige Unterstützung und bringen Menschen zusammen, die Zukunft aktiv mitgestalten möchten.
Vernetzung über Disziplingrenzen hinweg
Gerade in Architektur, Planung und Baukultur entstehen neue Impulse häufig dort, wo unterschiedliche Erfahrungen und Blickwinkel aufeinandertreffen. Das Female Future Meetup bot einen passenden Rahmen, um Gemeinsamkeiten zu entdecken, voneinander zu lernen und mögliche Anknüpfungspunkte für künftige Kooperationen auszuloten.
Verbindungen als Grundlage für Entwicklung
Eine zentrale Erkenntnis des Abends war, dass echte Verbindungen die Basis für eine gute Karriere bilden. Dabei sind nicht nur enge Kontakte wichtig: Gerade sogenannte „Weak Ties“, also lose Bekanntschaften, können neue Perspektiven eröffnen und unerwartete Möglichkeiten entstehen lassen. Lernen bedeutet deshalb auch, voneinander zu lernen, Erfahrungen zu teilen und Beziehungen bewusst aufzubauen und zu pflegen. Künstliche Intelligenz kann vieles erleichtern – menschliche Beziehungen herstellen, vertiefen und lebendig halten kann sie jedoch nicht.
Gemeinschaft ist zugleich ein wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Gesundheitsvision. Der Blick auf die „Blue Zones“, etwa nach Sardinien, zeigt, welche Bedeutung gelebte Gemeinschaft haben kann. Feste Rituale, regelmäßige Walk & Talks, ein gemeinsam gegründeter Buchclub über Bumble For Friends oder wiederkehrende Treffen im PIA-Netzwerk können Verbindungen stärken und aus einzelnen Begegnungen tragfähige Beziehungen entstehen lassen.
Sichtbarkeit beginnt mit einer klaren Haltung
Wer andere überzeugen möchte, muss selbst hinter dem stehen, was sie oder er anbietet. Ein klares Alleinstellungsmerkmal entsteht nicht durch Anpassung, sondern aus persönlicher Erfahrung, einer glaubwürdigen Haltung und dem Mut, für etwas einzustehen. Personal Branding bedeutet in diesem Sinne, die eigene Perspektive sichtbar zu machen. Persönliche Kommunikationskanäle wie Instagram können dabei Nähe schaffen und Menschen erreichen, wenn sie authentisch genutzt werden.
Mehrfach wurde dazu ermutigt, nicht länger davon auszugehen, dass andere grundsätzlich mehr können. Stattdessen gilt es, aufzustehen, sich etwas zuzutrauen und auf sich aufmerksam zu machen. Gerade jungen Frauen fehlen noch immer Vorbilder und manchmal auch der Mut, den eigenen Weg sichtbar zu gehen. Netzwerke wie PIA, BPW – Business and Professional Women – oder die Initiative Frau am Bau können Frauen unterstützen, ihre Leistungen sichtbar machen und neue Vorbilder hervorbringen.
Den eigenen Erfolg neu definieren
Frauen stellen sich häufig sehr genau vor, was schiefgehen könnte – und viel zu selten das bestmögliche Szenario. Die Künstlerin Sandy brachte diesen Perspektivwechsel mit einer starken Frage auf den Punkt: „Was, wenn die Zukunft wirklich gut wird und ich selbst daran schuld bin?“ Erfolg kann dann bedeuten, bei sich zu bleiben, sich selbst treu zu sein und dem eigenen Weg zu folgen. Oder anders gesagt: Erfolg ist das, was folgt, wenn ich mir selbst folge.
Im Gespräch rund um „Lala Berlin – Beyond the Spotlight“ stand deshalb auch die Frage im Mittelpunkt, ob wir noch das tun, was uns selbst erfüllt, oder lediglich eine Rolle ausfüllen. Kleine Rituale wie fünf Minuten Meditation oder Yoga können helfen, innezuhalten und den inneren Stoppknopf zu trainieren. Denn persönliche Entwicklung und Transformation sind nie abgeschlossen. Wir hören nicht auf zu wachsen – und dürfen unseren Weg so gestalten, dass am Ende möglichst wenig unbereut bleibt.
Scheitern gehört zum Wachstum
Wer wachsen möchte, darf keine Angst vor dem Scheitern haben. Aus Fehlern lernen wir oft mehr als aus Erfolgen. Deshalb sollten wir nicht nur Erfolge feiern, sondern auch Niederlagen teilen und offen darüber sprechen, was nicht funktioniert hat. Scheitern gehört dazu – und Offenheit nimmt ihm die Schwere. Ebenso wertvoll ist es, regelmäßig innezuhalten und aufzuschreiben, was wir bereits geschafft haben. Wie im Sport entstehen Mut, Sicherheit und Können durch kontinuierliches Training und Übung.
Leistung, Kultur und klare Grenzen
Ein Unternehmen ist keine Familie. Diese Unterscheidung schafft gesunde Grenzen im Team und ermöglicht zugleich eine Kultur, die von Vertrauen und Verantwortung getragen wird. Wirtschaftlicher Erfolg bleibt dabei unverzichtbar: Ein Unternehmen muss profitabel sein, damit es langfristig Perspektiven bieten kann. Leistung macht ein Unternehmen erfolgreich, Kultur macht es tragfähig. Beides gehört zusammen.
Dazu gehört auch, Nachwuchskräfte engmaschig zu begleiten. Die Betreuung von Auszubildenden erfordert Zeit und Arbeit, ist aber eine Investition in die nächste Generation. Das Ziel für die kommenden zehn Jahre muss sein, nicht mehr darüber zu diskutieren, ob vielfältige Karriere- und Führungswege möglich sind, sondern sie selbstverständlich zu machen für alle Geschlechter Gesinnungen.
Female Leadership braucht Sichtbarkeit und Zeit
Beim Thema Female Leadership wurde deutlich, dass Fortschritte nicht selbstverständlich sind und bestehende Entwicklungen auch wieder zurückgehen können. Umso wichtiger ist es, nicht leise zu werden, Aufmerksamkeit zu schaffen und für strukturelle Veränderungen zu sensibilisieren. Frauen zu unterstützen und sichtbar zu machen, gehört ebenso dazu wie Jungen früh für Gleichberechtigung zu gewinnen. Gefragt ist sinngemäß eine „White Card“: ein klares Signal für faire Chancen und gegen den Rückschritt.
Viele Frauen gehen mit sich selbst härter ins Gericht als mit anderen. Gleichzeitig bleibt das Rollenbild in Deutschland vielfach normativ. Besonders herausfordernd ist die Frage, wie berufliche Verantwortung und Familienleben so ausbalanciert werden können, dass Eltern das Aufwachsen ihrer Kinder bewusst erleben. Modelle wie eine fest verankerte Familienzeit am Nachmittag, wie sie aus Schweden berichtet wurde, können Denkanstöße geben. Entscheidend sind Rahmenbedingungen, in denen Führung nicht an ständige Verfügbarkeit geknüpft ist und Verantwortung tatsächlich geteilt werden kann.
Wir freuen uns, dass mit dem ersten Hamburger Female Future Meetup ein neues Format für Austausch und Vernetzung gestartet ist. Für PIA Women in Architecture nehmen wir viele anregende Begegnungen und die Bestätigung mit: Zukunft wird vielfältiger, wenn wir Wissen teilen, Verbindungen stärken und einander sichtbar machen.




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