Kampnagel Baustellenführung
- PIA
- vor 2 Tagen
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Geschrieben von Barbara Nestler
Am Donnerstag, den 20.8.2026 haben wir an einer Führung durch das Gelände der Kampnagel-Fabrik teilgenommen.
Mit einem Budget von insgesamt 168 Mio Euro wird in 2 Bauabschnitten das gesamte Ensemble der Kulturfabrik saniert und denkmalgerecht erweitert durch das Architekturbüro Lacaton & Vassal unter der Maxime keep.repare.add.
Dieses mit dem Pritzger Preis ausgezeichnete Architekturbüro widmet sich auschliesslich diesem einen Projekt und hat deshalb seinen derzeitigen Sitz auf dem Gelände im Verwaltungsgebäude (in dem noch ein alter Paternoster in Betrieb ist) um möglichst nah am Geschehen und an den Bedarfen der Mitarbeiter und Kulturschaffenden zu sein und zu planen.
Es finden regelmäßig Führungen statt.
Weitere Details zu dem Vorhaben findet ihr hier:
Ergänzungen von Mareike Tölke
Die Baustelle ist bei laufendem Betrieb mit diversen Interimslösungen geplant, der Kassenbereich vom Kino ist derzeit entkernt, dort kommt das Restaurant peacetanbul für 3 Jahre rein, wenn das wieder zurückzieht, entsteht im Kassenbereich des alten Kinos ein á la carte Restaurant.
Es wird bewusst auf den Einbau von Klimaanlagen verzichtet, dafür sind Klima Puffer Zonen zwischen äußerer und innerer Mebran geplant.
Die „knarzende Tribüne“ wird ersetzt durch eine Ziehharmonika Tribüne darunter ist als Interimslösung eine Gastro und ein Kassenbereich geplant.
Kampnagel wurde bisher nie grundlegend saniert, nur immer mal wieder hier und dort etwas improvisiert, darum kämpfen Sie schon lange mit schwierigen Backstage Verhältnissen und riskanten Privathaftungen in Schadensfällen. Endlich bekommen Sie neue Technik wie u.a. mechanische Scheinwerfer und müssen nicht mehr klettern um diese entsprechend einzustellen.
Da Kampnagel früher eine Kranfabrik war, steht der Kran, der über den Kanal ragt unter Denkmalschutz. Früher wurden die gefertigten Kräne über die Wasserwege abtransportiert, heute werden die 14 V-Stahlträger aus Litauen, die den 2-geschossigen Neubau über der Halle stützen (und im Boden verankert werden) über den Kanal angeliefert.
Die K3 (Kommunikationshalle) besitzt noch heute einen funktionstüchtigen Paternoster Aufzug, in den 60er Jahren diente dieser Paternoster Showroom, darum hat jede Kabine ein anderes Dekor. Der Paternoster darf nur von festangestellten Mitarbeitern (Kampnagel hat 310 MA) nach Sicherheitseinweisung dort benutzt werden.
Lacaton & Vassal haben sich im 1.OG ein Planungsbüro eingerichtet. Sie sind zu sechst an dem Projekt. 2 Architektinnen sind immer vor Ort und die Geschäftsführung kommt regelmäßig monatlich dazu. Die Budgetierung ist durch. (168mio davon 60mio vom Bund).
Es gab eine sehr lange Phase der Grundlagenermittlung. Sie haben mehrere Monate mit einem Metallbauer die gusseisernen Industrie Fenster besprochen und verschiedene Aufarbeitungsmöglichkeiten durchdacht und getestet mit dem Ziel diese nun alle wieder aufzuarbeiten.
Das französische Architekturbüro Lacaton&Vassal, welches den Pritzker Preis gewonnen hat wurde über das Berliner Büro Raumlabor empfohlen und stand zuletzt im engen Wettbewerb mit gmp Architekten und der Sprinkenhof, der GF Jonas Zipf ist überglücklich, dass die Entscheidung für Lacaton&Vassal getroffen wurde. Mit Ihrem Leitbild: Keep. Repair. Add. haben Sie sich auf die Fahne geschrieben alles was geht zu schützen um den Charme und die Atmosphäre von Kampnagel zu erhalten und fortzuführen.
Der Neubau ist als langer Riegel aufgesetzt der Hallen geplant vor allem auch weil der Denkmalschutz eine Skyline verhindert hat und dadurch eine kürzere Wegeleitung ermöglicht wird.
Die Baustelle erfolgt bei laufendem Betrieb und soll so transparent wie möglich gemacht werden, darum gibt es im offiziellen K-Programm die sogenannten „Baustellen Performance“ - Eine Kunstinszenierung immer dort wo gerade eine Halle frisch entkernt wurde.




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