PIA meets Bunker Feldstr
- PIA
- vor 2 Stunden
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Am Donnerstag den 23.04.2026 haben wir uns mit 30 interessierten Teilnehmern vor dem Bestandsbunker getroffen und haben mit Barbara vom Hilldegarden Verein den grünen Bunker erkundet. Barbara entführte uns in die historische Zeit der Entstehung des Bunkers. Adolf Hitler veranlasste, dass in Berlin und 60 weiteren großen Städten Bunker zur Verteidigung kriegswichtiger Einrichtungen und Betriebe gebaut wurden. Die Materialien für den Bau dieses Bunkers wurden teils über ein Patanostra und teils per Flaschenzug befördert. Die Flugabwehrkanonen (Flak) sollten feindliche Flugzeuge abwehren. Es wurden zwei Bunker (Bunker 2:Fernsehbunker wurde abgerissen/heute Telekom Gebäude) auf dem Heiligengeistfeld geplant und gebaut, der Abstand zwischen Ihnen wurde so berechnet, dass sie sich gegenseitig nicht zerbomben und durch Kanonenkugeln treffen konnten. Der Leitbunker steht noch heute und wird nun als grüner Bunker bezeichnet. Die wissenschaftliche Begleitung der Begrünung und Bewässerungstechnik erfolgte durch die TU Berlin. Dort wird der Wasserkreislauf und die Verdunstungskälte, um Erkenntnisse für das Stadtklima und klimagerechtes Bauen zu gewinnen protokolliert. Die Bepflanzung umfasst über 4700 Pflanzen, darunter Bäume und Sträucher, wie die Felsenbirne und der portugiesische Kirsch Lorbeer. Die, von Nachbarn, bepflanzten Hochbeete auf den auskragenden "Flaknasen" müssen entsprechend niedrig sein und im gewissen Abstand zum Geländer stehen, um ein "draufklettern" und eine Absturzgefahr zu verhindern. Laubbäume mussten bewusst positioniert und weniger bepflanzt werden, da die Blätter eine Rutschgefahr bei Hamburger Schietwetter birgen. Die Treppen werden beheizt um Frost und Rutschgefahr zu vermeiden. Die geplante Nutzung nach dem Krieg sah einen mit weißem Marmor verkleideten Prachtbau vor. Zu diesem Zweck wurden Fenster eingebaut, die während des Krieges jedoch zugemauert waren. Hamburger Schüler wurden als Flakhelfer eingesetzt, die in Baracken neben dem Turm und im Bunker selbst untergebracht waren. Sie gingen morgens in die Schule, reinigten mittags die Waffen, die oft nachts bei Fliegeralarm zum Einsatz kamen. Die jugendlichen Flakhelfer waren den unmittelbaren Gefahren der Luftangriffe ausgesetzt. In den letzten Kriegsmonaten gab es unter Ihnen auch Todesopfer. Bis 1972 gab es noch Wohnungen für Flüchtlingsfamilien in dem Bunker. Im inneren des Bunkers hängen vom Hillegarden Verein inszenierte Plakate, die Einblick geben in die verschiedenen Aspekte und Nutzungen mit Fotos von Zeitzeugen, die damals ca. 9-10 Jahre jung waren und z.B. in dem angrenzende Löschbecken badeten. Diese Zeitzeugen treffen sich heute regelmäßig um Ihre Erinnerungen auszutauschen und zu verarbeiten. Nach dem wir uns im inneren des Bunkers aufwärmen konnten, erkundeten wir zuletzt die begrünte Dachterrasse mit dem Meditationspfad und genoßen den herrlichen Ausblick über Hamburg. Vielen Dank an Barbara vom Hilldegarden e.V. für den lehrreichen und mitreißenden Einblick über die Geschichte vom Bunker Feldstr:
















































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